Tag 8: Pannenserie

Für Mittag peile ich die Bialitt Kaffeestugan an. 2010 hatte ich da eine der besten Krabbensuppen ever gegessen. Bin etwas zu früh da, lehne mein Rad an die dort aufgebaute Riesengans und trockne mal wieder ein paar Sachen. Es ist windig, aber auch ab und an etwas sonnig. Ich geniesse mein Mahl (es hat sich am Rezept nichts verändert), lade in aller Ruhe die wieder funktionierende Elektronik (Laptop, Handy) auf, will schliesslich aufbrechen und stelle fest: Die Luft aus dem Vorderrad ist raus.
Diagnose: Die scharfe Ventilöffnung in der Felge hat es doch wirklich geschafft, mal wieder mein Ventil trotz aller Schutzmechanismen zu beschädigen. Na gut, ich habe ja einen Ersatzschlauch. Dumm nur, wenn der ebenfalls einen Schaden am Ventil hat, der offenbar beim ersten Test-Aufpumpen nicht aufgefallen ist. Gut, es gibt ja noch einen weiteren Ersatzschlauch. Nur dumm, wenn bei diesem das falsche Ventil dran ist, so, dass er nicht mal reinpasst. Versuch der Reparatur des alten Ventils mit viel Vulkanisiergetrickse schlägt fehl. Der Cafe-Patron bietet mir schliesslich an, mich nach Landskrona zum Biltema zu fahren. Das machen wir. Schliesslich bin ich nach ca. einer Stunde, zwei neuen Schläuchen, einem neuen Reifen und einer spendierten vollen Tankladung für meinen Helfer wieder beim Rad und komme nach der Montage endlich los.
In Dalby ist gegen Abend ein Volksfest im Gange, ansich wäre mal wieder eine Herberge angesagt.
Die zentral gelegene Übernachtungsmöglichkeit wird aber gerade umgebaut, nach vier angerufenen Adressen bietet sich immer noch keine Schlafgelegenheit.
Der Iraner im nahegelegenen Restaurant schlägt mir vor, im Dalby Stenbrott zu übernachten. In der Tat wunderschön, sogar das nächtliche Bad im See fällt recht warm aus. Es steht auch schon ein Zelt da, ich bin wohl nicht alleine.

Tag 5: Nach dem Regen

Im Naturschutzgebiet am Hökensåsen

Langer Morgen, die Sonne zeigt sich. Macht Sinn, die Sachen mal wieder zu trocknen. Schreck lass nach: Ins Handy ist Wasser reingelaufen, es will die SIM-Karte nicht mehr erkennen, lässt sich auch nicht laden. Auch der Laptop hat irgendwie gelitten. Hoffen wir mal…
Gegen Mittag packen wir unsere Sachen zusammen und radeln los. Der Sverigeleden zieht eine rechte Schleife, so wirklich Vorwärtskommen ist da nicht. Hinter Bottnaryd ist irgendwann die Puste aus uns raus, am Mulseryd-Sjön schlafen wir im Wald direkt am See. Es ist hier trotz Regen alles noch recht trocken, dementsprechend trauen wir uns nur, direkt am See auf den Steinen zu kochen.

Tag 3: Sverigeleden

Erst mal frühstücken. Das zieht sich etwas hin, die restlichen Pfifferlinge werden mit vier Eiern zu einem nahrhaften Omelett verwurstet – oder eher: vereiert. Es ist leicht sonnig, reicht aber nicht wirklich, um die ganzen durchtränkten Utensilien zu trocknen – das muss wohl dann bei Fahrtwind geschehen.

Etwas mäandernd, aber grösstenteils dem Sverigeleden entlang geht es via Askersund durch Tiveden. Am See findet sich der nächste Zeltplatz, direkt an einem etwas kollabierten Bootshaus. Es finden sich sogar Tisch und Bänke.

Nach einem Bad in der Abendsonne gehts an’s Kochen- einfache Fertignudeln mit Aroma. Ein paar Sachen sind netterweise wieder ganz gut trocken geworden – dem Fahrtwind sei Dank.

Tag 2: Pfifferlinge aus Silvergruvan

In der kleinen Ortschaft Silvergruvan wird Halt gemacht. Es regnet kleine Tropfen, aber konstant. Die eigentliche Grube liegt etwas am Berg: ein grosser Haufen aus umgewälzten Steinen, dazwischen abgesperrte Löcher und etwas Information. Entschliesse mich zu einer kleinen mittäglichen Wanderung im Regen.

Hinter der Silvergruvan

Auf dem nahegelegenen Stollberget befindet sich ein kleiner Turm. Beim Abstieg finde ich eine grosszügige Portion Pfifferlinge und verlaufe mich etwas – der als Ringweg zuvor angegebene Pfad schlägt dann doch eine etwas abweichende Richtung ein. Ich kehre zurück und klettere des öfteren über umgeknickte Bäume.

Aussicht am Stollberget

Nach doch einigen Stunden geht’s wieder auf’s Rad. Beim Einbiegen auf
die Hauptstrasse ist aus einigen Metern Entfernung ein offenbar
Gleichgesinnter mit ähnlicher Gepäckkonfiguration zu erkennen. Es ist Nils Nordkapp mit Doppel-P, der auf dem Rückweg seiner Nordkap-Reise mit dem Fahrrad ist. Nach dem Eintritt ins Pensionsalter hat es ihn einfach gepackt. Wir unterhalten uns kurz über die klassisch technischen Aspekte und Ausrüstung, dann fahren wir recht selbstverständlich im Konvoi weiter gen Süden.
Gegessen habe ich nicht viel, irgendwann vor Pershyttan kommt der Unterzucker an. Nüsse helfen. Gegen 21:00 bauen wir an einem Badeplatz hinter Pershyttan unsere temporären Behausungen auf. Alles ist nass…
Ich nicke erst mal spontan ein, so müde war ich schon lange nicht mehr. Gegen 22:00 weckt mich der Hunger noch einmal auf.

Abendessen: Die Pfifferlinge in Butter angebraten. Herrlich.

Tag 1: Abfahrt

Abfahrt gegen Mittag. Da ich einige Sachen vergessen habe, drehe ich von der klassischen Route noch mal zurück und fahre schliesslich den normalerweise stärker befahrenen Inlandsvägen.
An der populären Kanuroute der Seenkette „Svartälven“ wird Nachtlager aufgeschlagen – am See ist ein kleiner Strand für Fischer.
Wetter ist gemischt, aber noch angenehm.